|
Hallo,
hier nun der lange versprochene Bericht von Prinz und wie er sich bei uns eingelebt hat. Ist ja nun schon eine ganze Weile her, aber es gab so oft Rückschläge, dass ich schon an mir gezweifelt habe.
Also von Anfang an:
Prinz habe ich im Internet entdeckt und mich eigentlich gleich in ihn verguckt. Er ist aus einer „Zwangsräumung“ und war auf einer Pflegestelle, die ihn aber auch nicht mehr halten konnten, weil wohl der Mann des Hauses nicht mit ihm zurecht kam. Als er uns gebracht wurde, war er erst einmal freudig und ist auch gleich mit rein gegangen. Auto fahren war nicht sein Ding, hieß es von der Pflegestelle und bis auf wenige Ausnahmen sei er verträglich. Also Autofahren war gar kein Problem, Prinz war schneller im Auto, als man gucken konnte. Ein Problem waren die Spaziergänge- Dunkelheit ging gar nicht, da war nur kurz Bein heben ( am Anfang hat er immer in gehockter Stellung gemacht )-und gleich wieder nach Hause. Im Wald über Stöckchen gehen die sich bewegten, ängstigte ihn, Artgenossen wurden verbellt. Die ersten Tage waren schlimm, er hatte ganz schlimmen Durchfall, zum Glück hatten wir Fliesen. Mit Nux vomica hatte ich das aber relativ schnell im Griff. Er war nachts sehr unruhig, das legte sich nur, wenn ich eine Lampe an ließ. Drei Monate hat er mich jede Nacht gegen drei Uhr aus dem Bett geholt und wollte raus. Also das neben der Arbeit und dem Hundetraining war schon hart und ich habe öfters gedacht: Vielleicht wäre ein Bauernhof die bessere Lösung für ihn gewesen. Mit viel Geduld und Training geht aber mittlerweile alles viel besser. Hunde werden je nach Laune verbellt, aber meisten geht er so vorbei. Kontakte zu Artgenossen muss er nicht haben ( das spricht für die eine der Rassen die in ihm steckt, der Kangal).Unterordnung macht er für meine Ansprüche perfekt, läuft ohne Leine und ist abrufbar bei Wild. Begegnungen mit freilaufenden Hunden sind oft lautstark, aber harmlos, gebissen hat er noch nie. Sein Ball ist auch gleichzeitig Erziehungshilfem denn der ist für ihn wichtiger, wie andere Hunde. Geblieben ist auch die furchtbare Angst vor Gewitter, oder Knall. Wobei in einiger Entfernung unseres Gartens eine Schießanlage ist an dessen Geräusche er sich gewöhnt hat. In der Wohnung ist er ruhig, bleibt stundenweise alleine. Nach wie vor hat er Angst in der Dunkelheit, Spaziergänge sind aber möglich. In der Wohnung brennt nach wie vor eine kleine Lampe in der Nähe seines Schlafbereiches. In jeder freien Zeit, fahren wir in unser Haus nach Mecklenburg Vorpommern, das ist seine Welt. Den ganzen Tag draußen, und abends „ Hundemüde“ auf seinen Schlafplatz fallen. So, das war`s in Kurzform, denn ich könnte noch sooo viel mehr schreiben. Solltet ihr auch einen „Problemhund“ haben, werft die Flinte nicht zu schnell ins Korn, es kommen viele Höhen und Tiefen und oft vergisst man, was man eigentlich schon alles erreicht hat. Aber es lohn sich.
In diesem Sinne grüsst euch Prinz
|